Selig sind die geistig Armen

8 07 2009

Es war ein Tag wie jeder andere. Man entschloss sich, noch rasch an die frische Luft zu begeben und dabei zeitgleich die wichigsten Einkäufe zu erledigen. Naheliegend war der Tankstellenshop.

Ein Tankstellenshop-Einkauf ist jedes Mal ein Erlebnis! Man sieht die interessantesten Menschen und die komischsten Vögel. Manche Individuen nutzen den Tankstellenshop sogar, um mit ihren Autos vorzufahren und sich stundenlang zu unterhalten. Da sowohl alle Verkäufer als auch ihre Chromstahlfelgen-Kunden der selben Nationalität angehören, wird grundsätzlich eine Fremdsprache gesprochen. Ist man gewissen Ausdrücken dieser Fremdsprache (z.B. Türkisch, Serbisch oder Italienisch) gewachsen, so entpuppen sich diese Gespräche als reine Zeitvertreib-Massnahmen der betreffenden Sprecher.

Speziell wird es erst, wenn man als “fremder” Kunde das Geschäft betritt und sich brav anstellt und wartet, dass die Kollegen ihr Gespräch beenden. Dann, als man gnädigerweise vorgelassen wird, muss man eine jede Bitte doch noch einmal wiederholen, um sie an den Empfänger zu richten, zu sehr ist dieser mit der Kommunikation mit seinen KollegInnen beschäftigt.

Nun ja, das gehört offenbar zum Einkaufen in Tankstellenshops. Es gehört dazu wie Bekannte zu treffen, welche sich um 23.00 Uhr noch zwei Flaschen des billigsten Weines kaufen oder gestresste Geschäftsleute, welche eine Milch mit drei Kreditkarten bezahlen wollen.

Und das beste Erlebnis bisher war jene untergebildete Dame im berühmten “Ich habe drei Löcher”-Outfit, welche den Kassier darum bat, die Red Bull so zu sortieren, dass jene Dosen mit dem schwarzen Punkt neben dem Zeitstempel auf dem Boden separat stehen. Sie trinke grundsätzlich nur diese, weil das Aroma anders ist. Logisch. Und das Coca Cola in den Petflaschen hat eine andere Zusammensetzung als jenes in der Glasflasche. Viel Erfolg im Leben.





Solidarität mit dem Iran

24 06 2009

Die Protest-Wellen schlagen hoch. Im Iran wird die Bevölkerung um ihre Stimme betrogen und die Proteste werden mit Gewalt niedergeschlagen. Welche katastrophale Vorgänge in einem Land, welches sich dazu erdreistet, sich “Demokratie” zu nennen.

Doch was mir wirklich die Galle hochkommen lässt, sind die tausenden und abertausenden Solidarisierungsaktionen, Demos und Kundgebungen, all die Leserbriefe, Facebook-Gruppen und Blogartikel. Das Internet bietet ideale Bedingungen für die Praktizierung von Gleichberechtigung und ein Jeder denkt sich, wenn er jetzt den Mund auch aufmacht, sei der Welt geholfen.

Tatsache ist: wer sich jetzt mit dem Iran zu solidarisieren braucht, tut das nicht, weil er ein Verfechter der Menschenrechte ist, sondern weil er es nötig hat. Wahrscheinlich waren 90% aller Schreihälse der Iran bis vor ein paar Wochen egal. Nun ist er plötzlich das Zentrum der Weltungerechtigkeit. In diesem Land herrschen seit Jahrzehnten wenn nicht Jahrhunderten schlimme Zustände und die Bevölkerung leidet Armut und Unterdrückung. Aber das ist offenbar im Moment nicht relevant, im Gegenteil.

Liebe Solidarisierungssüchtige: besucht einmal die Webseite der UNO und bringt in Erfahrung, was wirklich so passiert in dieser Welt. Für Internet-Liebhaber besteht auch die Möglichkeit, via Google nach weiteren Seiten zu suchen.

Unzählige Völker werden seit Jahrhunderten unterdrückt und keine Sau interessiert’s. Kurden, Indianer, afrikanische Völker, Zigeunervölker wie Sinti und Roma, sämtliche Einwohner der Kontinente Asien und Südamerika – doch wen juckt’s? Niemand, und zwar nur, weil es nicht in den Zeitungen steht.

Tibet und Palästina sind plötzlich nicht mehr aktuell, der Iran erscheint interessanter. Wie schwach. Anstatt Facebook-gruppen zu gründen wie die JUSO Schweiz solltet ihr euch überlegen, wie ihr euer tägliches Leben gestaltet könnt, ohne Gewissensbisse mit Solidaritätsbekundigungen zu beseitigen. Übrigens: Im Iran werden wohl die wenigsten Menschen mtibekommen, was hier abgeht. Und der Regierung ist es egal. Also setzt eure Kräfte weise ein.

Und zu guter Letzt: Auch wenn ihr euch Jahre lang mit einem Land oder einem Regime solidarisiert: ihr seid doch unbedeutend, solange ihr nicht dort seid und mitarbeitet an der Entstehung einer neuen Gesellschaft. Aber das wäre ja schlecht möglich. Dort gibt es Krankheiten, Gewalt und Krieg sowie Hunger. Also lieber via facebook.





Das Kreuz mit der Demokratie

22 06 2009

Es schrieb einmal ein Kommentator, in einer Demokratie könne ein jeder ein bisschen mitreden. Da hatte er gar nicht so unrecht. Und genau das ist das Problem. Die Spendengeschichten bei den Schweizer Parteien CVP, SVP und FDP zeigen, wie gut einzelne sich in das demokratische Geschehen einbringen können: Besitzen sie genügend Kapital, können sie sich die “demokratischen” Entschlüsse kaufen, wie der Normalsterbliche im Coop Teigwaren einkauft.

Das Unternehmen ihre rein wirtschaftlichen und profitorientierten Interessen von der Politik vertreten lassen können, ist die grösste Schwäche des Systems. Ein jeder ist käuflich, man muss nur wissen, was er braucht.

Man erzähle mir nicht mehr, die Demokratie sei das beste System, solange Korruption und Bestechung sogar toleriert werden, wenn sie in aller Öffentlichkeit geschehen. Und liebe Leute: Hört auf, der SVP oder CVP ihre “Volksnähe” abzukaufen. Die Sache, die Ihnen am nächsten steht ist der unmittelbare und notfalls kurzfristige Profit einzelner und das gehört meiner Meinung nach auf die nächsten Wahlplakate!

Soviel zur Mitbestimmung des Einzelnen. Für das bräuchtet ihr zuerst einmal ein paar Millionen Franken.





Katzitis

19 06 2009

Man bezeichnet Katzen gerne als ästhetische Schmusetiger, als schöne und elegante Geschöpfe, als poetische Geschöpfe und aufheiternde Zeitgenossen. Andere behaupten, Katzen seien bösartige Wesen, deren einziger Daseinsgrund ist, des Menschen Leben mit Unschönheiten zu füllen. Hier eine kleine “Liste” zu Felis silvestris.

1.) Katzen haaren mit Absicht. Diese Tatsache lässt sich leider bis heute wissenschaftlich beweisen, wird aber in Fachkreisen als annehmbare Theorie untersucht. Katzen sind zu intelligent um entsprechende Untersuchungen nicht durchschauen zu können.

2.) Katzen kratzen mit Absicht an den wertvollsten Möbeln. Dies hat zwei Gründe. Erstens haben sie auch Geschmack, zweitens sind sie boshaft und wissen was sie tun.

3.) Katzen fressen ihr Essen absichtlich nicht fertig. Sie lassen immer einen Rest übrig, egal wie viel oder wie wenig man ihnen gibt. Sie tun das, damit man schneller frisches Futter kaufen muss.

4.) Katzen sind dann nirgends zu finden, wenn man sie braucht. Will man zum Tierarzt oder in die Ferien, sind diese Tiere unauffindbar. Sie riechen, was passiert und suchen sich Tage im Voraus geeignete Verstecke, was uns zu Punkt 5 bringt:

5.) Katzen verstecken sich immer dort, wo man sie unmöglich fangen kann. Sie sind vielleicht boshaft, aber nicht dumm.

6.) Katzen gehen immer aufs Katzenklo, wenn es frisch gereinigt ist. Entweder sie tun das, um dem Reiniger eins auszuwischen oder sie schätzen die Sauberkeit.

7.) Katzen wissen, wenn man sie am meisten braucht – und haben dann besseres zu tun. Sie sind sich zu gut.

8.) Katzen können den Geruch ihres Kots beeinflussen. Logisch. Und sie wissen, dass wir am Morgen besonders empfindlich sind.

9.) Katzen spielen mit Absicht an jenen Orten, an welchen entweder ihre Haare am meisten stören oder die zerbrechlichsten Gegenstände sind. Das ist Absicht, denn so erhalten sie die gewünschte Aufmerksamkeit.

10.) Katzen sind oft sehr anschmiegsam und zutraulich. Entweder sie haben Hunger oder ahnen, dass das Mass bald voll ist.





Wettergespräche

18 06 2009

Wieder einmal schmolz der Asphalt unter den Füssen, die Abgase der Autos und der Geruch deodorierter Menschen füllte die gesamte Umgebung. Der Ozonwert war wahrscheinlich schon über dem messbaren Bereich und man fragte sich, wie lange es gehen möge, bis der erste Kreislaufkollaps die vaporisierende Menschenmenge aufwühlen wird.

Ein Jeder leidet. Das Zentraleuropäische Klima ist im Sommer tödlich.  Die hohe Luftfeuchtigkeit, verbunden mit einer gleissenden Sonne belastet so ziemlich jeden Menschen aufs äusserste. Tatsache ist aber, dass an jedem solchen Tag mindestens 99% aller Gespräche als zentrales Diskussionsthema die sommerliche Hitze haben.

“Oh, das ist soooo heiss! So kann ich nicht arbeiten.” Am liebsten würde man erwidern: “Das hängt kaum zusammen, du arbeitest bei jeder Temperatur scheisse”, lässt es dann aber und sagt, dass man selbst auch nicht gerade frieren würde und sich Gespräche über dieses Thema eigentlich aus oben genannten Gründen erübrigen würden.

Man beginnt sich zu fragen, warum denn der Mensch zwanghaft über das Wetter reden muss. Denn offenbar ist dies mehr als ein einfaches, natürliches Bedürfnis. Bei weiterer Betrachtung fällt einem auch auf, dass neben bereits erwähnten Aussagen auch oft gehört wird, dass es letztes Jahr (oder wenn auch immer) nicht so heiss oder so kalt war, dass es nicht so oft geregnet habe usw.

Hier wird der rege Geist hellhörig.

Tatsache ist, der Mensch hat neben einem subjektiven Wärme- und Wetterempfinden keine Möglichkeit, die Temperatur oder das Wetter tatsächlich objektiv zu bestimmen. Empfindungen wie Wärme oder Feuchtigkeit hängen massgeblich von der Beschaffenheit des eigenen Körpers, der Hauttemperatur und Hautfeuchtigkeit ab. Schweisssekretion  wird hormonell gesteuert. Der Mensch hat nur Klimasensoren für sein eigenes, subjektives Körperbewusstsein.

Ebenso hat er kein Erinnerungsvermögen für Temperaturen – wie dies auch bei Schmerz der Fall ist. Denn Schmerz und Temperaturempfindungen werden direkt von den Sensoren in das Hirn geleitet und dort augenblicklich verarbeitet. Sie nehmen so keinen Weg durch das Erinnerungszentrum. Dies ist auch sinnvoll, denn es macht nie Sinn, sich Temperaturen oder Schmerzen zu merken – zu irreführend wären spätere Empfindungen, zu rasch könnte das Unterbewusstsein seine Finger ins Spiel bringen.

Als abschliessende Überlegung folgendes: Haben wohl die Neandertaler auch über die Temperatur gesprochen? Wohl eher nicht, denn sie taten einfach, was man tut wenn man heiss oder kalt hat: Man erfrischt sich oder man wärmt sich.





Gequirrlt statt gekreiselt

18 06 2009

Ein Phänomen des Strassenverkehrs ist der Kreisel, in korrektem Deutsch “der Kreisverkehr”.

90% aller Verkehrsteilnehmer sind nicht in der Lage, einen Kreisel so zu befahren, dass andere nicht gefährdet werden. Im besonderen alte Menschen und Fahrer von SUVs und Limousinen sind unfähig dazu, die Logik des Kreisels zu verstehen. Hierzu ein Beispiel.

Ein stark befahrener Kreisel an einer wichtigen Kreuzung besitzt immer 2 Einfahrts- und eine Ausfahrstspur. Die Rechte Spur ist dann zu benutzen, wenn man die erste oder die zweite Ausfahrt benutzen möchte. Wenn man die dritte oder vierte Ausfahrt benutzen möchte, fährt man in der linken Spur in den Kreisel ein. Dies ist, wenn man das Funktionsprinzip des Kreisels betrachtet, eigentlich einleuchtend. Der Kreisel selbst ist in diesem Fall auf jeden Fall breit genug, dass 2 PKWs neben einander die gesamten 360° abfahren könnten. Dies ist jedoch nicht direkt ersichtlich. Wenn man dies nicht weiss bzw. sich nicht sicher ist, ob es reichen würde, fürchtet man sich natürlich vor Kreisel. Das daraus resultierende Verhalten ist absehbar. Man fährt auf der rechten Spur ein und fährt so gerade wie möglich zur Ausfahrt, sei dies nun die dritte oder die vierte. Dies führt aber dazu, dass man einem korrekt fahrenden Fahrzeug den Weg abschneidet.

Nun gut, warum findet dieses Problem hier Erwähnung? Ganz einfach. Es sind auch hier wieder jene Verkehrsteilnehmer, welche ihr Fahzeug nicht im Griff haben oder glauben, die Regeln gelten bloss für andere. Besonders Erwähnung finden Pickups, SUVs, Merz-BMW-Alfa und alte Menschen, welche fest im Glauben leben, ihre “unfallfreien 40 Jahre” seien nur ihr Verdienst.

Mein Fazit aus meinen Beobachtungen lautet: Kreisel sind für den intelektuell unterbegabten eine riesige Überforderung und bei der praktischen Prüfung sowie den “WAB-Kursen” sollte das Kreiseln sehr gut beherrscht bzw. trainiert werden.





Was meint wohl ihr…?

14 06 2009

Nähmte mich Wunder, welchen Bevölkerungsschichten meine Leser/-innen wohl angehören (oder anzugehören glauben…).





Unseri schöni Schwiiz…

14 06 2009

…oder: Warum die Schweizer Kultur nicht wirklich erwähnenswert ist.

Ein Jemand warf einmal in die Runde: “Warum immer Blabla über die Politik und Gesellschaft, man könnte doch einmal etwas über die schöne Schweiz schreiben”. Damit traf er auf fruchtbaren Boden, nämlich auf den meiner Gedankenwelt.

Ich fragte mich: Was macht die Schweiz eigentlich zur Schweiz? In der ersten Sekunde fielen mir die Alpen, die Kühe und die “Schoggi” ein. Nach wenigen Minuten des sinnierens wurde mir jedoch klar, dass die Schweiz und besonders ihre “Kultur” etwas ganz anderes ist. Etwas dunkles, unverständliches.

1. Bünzlitum. Das Bünzlitum ist in keinem anderen Land der Welt so kultiviert worden, wie in der Schweiz. Die Schweizer sind stolz darauf, ihr Leben mit niemandem zu teilen. Mein Reich, dein Reich – was schon vor dem 2. Weltkrieg begann, wurde zur Haupteigenschaft der Schweiz. Man sieht es überall. Das eindrücklichste Bild sind hier moderne Mehrfamilienhäuser, wo ein jeder alle Rollos geschlossen und den Balkon verkleidet hat.

2. Intoleranz. Wer anders ist, sollte sich schleunigst ändern! Dies ist wohl eine der wichtigsten Glauben der Schweizer. Wer nicht ins System passt, sollte sich entweder ein anders suchen oder sich entsprechend ändern.

3. Pünktlichkeit. Ja wir wissen es eigentlich, wir sind die Nation der Uhrmacher. Doch Pünktlichkeit führt zu starren Gesellschaftsformen mit festgefahrenen Verhaltensmustern. Jedwede Flexibilität schwindet, wenn die Uhr über dem Erlebten oder Geplanten steht.

4. Fremdenhass und Misstrauen. Wer anders aussieht oder spricht, gehört grundsätzlich zum Kreis der Verdächtigten. Verdächtigt für Sozialversicherungsbetrug, Gewalt- und Sexualverbrechen, Diebstahl und Unehrlichkeit. Solche Weltanschauungen führen rasch zu sozialer Schichtung nach Herkunft und somit zu Problemen.

5. Berge. Die Berge bröseln, die Gletscher schmelzen, die Bergregionen leben nur vom Tourismus und produzieren keinen Mehrwert. Die Helveten lebten in den Bergen, weil sie dort ihre Ruhe hatten und sich keinen Territorialkämpfen stellen mussten – nicht weil es ihnen so gefiel. Sie waren ein schwaches, leicht zu unterdrückendes Volk ohne Geschichte oder einigender Kultur.

6. Bauernregierung: Die Schweiz wird seit Jahren von einer “Bauernpartei” dominiert, obwohl nur 3% der Bevölkerung tatsächlich der Landwirtschaft nachgehen. Hinter SVP und angegliederten Vereinen wie z.B. der FDP und CVP steht das Grosskapital und wenn ein Volk tatsächlich so doof ist, dies nicht zu merken, verdient es auch nichts anderes als Bauerngesetze.

Soviel für’s erste, weitere Erkenntnisse folgen.





Familienlobby-Blödsinn

14 06 2009

Die Familienlobby, Inbegriff der Homophobie, veröffentlichte zur Europride 09 einen Text, der für alle weltoffenen Menschen wohl ein Schlag ins Gesicht war.

Hier die Analyse des wohl unwissenschaftlichsten Hass-Botschaft der Familienlobby, seit es Familien gibt. Diese Vereinigung baut ihre “Werte” auf Wissen und Glauben auf, welche so dermassen unaktuell und an den Haaren herbeigezogen ist, dass man beinahe schon Mitleidsgefühle entwickeln muss. Den Rest des Beitrags lesen »





Bürger wehrt euch!

13 06 2009

Birsfelden, ein kleines Städtchen, fest verwachsen mit Basel, kämpft mit einem Vandalismus-Problem. Regelmässig werden nachts Dinge zerstört, Abfall verteilt und die Anwohner leiden unter Lärm und Unsicherheit.

Die Politik hat mal wieder gepennt und lieber nichts getan, als sich die Fingerchen an einem solchen Thema zu verbrennen. “Was kann man denn schon dagegen tun?” wird gefragt. Dann kam einer der Halunken der SVP auf eine glorreiche Idee: Wieso bilden nicht ein paar wehrhafte Bürger mit Zivilcourage eine Gruppe und patroullieren nachts durch die Strassen? Durch blosses Markieren von Präsenz sollte es doch möglich sein, die bösen Buben einzuschüchtern.

Diese Aktion stiess aber von links bis rechts auf harte Kritik. Das Gewaltmonopol muss beim Staat liegen und Einwohner sollten niemals die Arbeit der Polizei übernehmen – vor allem, wenn sie den Rest des Jahres damit beschäftigt sind, Migranten, Jugendliche und andere Minderheiten zu diskriminieren.

Nicht wenige Jugendliche sagten, das nächste Mal gingen auch sie auf die Strasse. Mit faulen Eiern oder einem Baseball-Schläger. Und das ist verständlich!

Kurz nach den heftigen und für die Bauernpartei schmerzhaften Diskussionen stellen die wehrhaften Bürger ihre Bürgerpatrouillen wieder ein. “Wir haben erfolgreich auf das Problem der Gewalt aufmerksam gemacht”, hiess es aus den erwähnten Kreisen.

Liebe SVP! Zwei Dinge für die Zukunft.

  1. Macht nie mehr auf etwas aufmerksam, ohne euch wirklich dazu äussern zu wollen. Wir haben euer “Seht her wie schlimm die Welt ist”-Gerede satt, übersatt. Anstatt blöde Parolen herumzulallen solltet ihr den Finger raus nehmen und die Leute auf der Strasse fragen, was sie so bedrückt, dass sie Dinge zerstören müssen.
  2. Hört auf mit eurem schwachsinnigen Gerede von Bürgern, Verantwortung und Schuld. Ihr selbst wart es, welche überall in der Schweiz die Budgets für soziale Arbeit gekürzt habt, die Polizei abgebaut habt und die Dörfer und Städte mit eurer Wohn- und Siedlungspolitik zu anonymen und verbohrten Löchern gemacht habt. Ihr müsst euch nicht wundern, dass es jetzt Probleme gibt!







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